Rue Yolande - Straßen

Rue Yolande

Mamer
Gräfin von Vianden
Priorin des Dominikanerinnenklosters im Marienthal
Name
Yolande
Geburtsjahr
1231
Todesjahr
1283
Wohnorte
Vianden, Marienthal

Who is she?

Yolande wird 1231 als jüngste Tochter des Grafen Heinrich I. und der Gräfin Margarete von Courtenay auf Schloss Vianden geboren. Bereits im Alter von neun Jahren lehnt das mit strahlender Schönheit und großer Liebenswürdigkeit ausgestattete Kind den Plan einer arrangierten Ehe ab und beschließt, ihr Leben Gott zu widmen. Bei jedem Besuch bei ihrer Tante, der Äbtissin von Salines in Namur, bittet Yolande um ihre Aufnahme in den Orden. Die Äbtissin und ihre Mutter brechen das Gesuch ab.

Als die Heiratspläne konkreter werden und die Eltern sich auf die Suche nach einem Aspiranten machen, empfängt die im Schloss zurückgelassene Yolande den Prior Walther von Meisenburg, der sich oft im Schloss aufhält, und bittet ihn um Rat. Der Prior empfiehlt ihr, in den Bettelorden der Dominikanerinnen in Marienthal einzutreten. Gräfin Yolande entschließt sich, diesem Rat zu folgen und versucht sogar, mit Hilfe ihrer Haushälterin Helswind die Burgmauern zu überwinden. Dieses Unterfangen ist zum Scheitern verurteilt. Als Margarete von den Hochzeitsverhandlungen zurückkehrt, versucht sie, ihrer Tochter von dem glücklichen Bräutigam zu erzählen, doch die junge Frömmlerin teilt ihr mit, dass sie sich strikt weigert zu heiraten und in den Orden eintreten möchte. Ein langer Kampf beginnt und Yolande muss mehr als fünf Jahre lang gegen ihre Familie kämpfen, bevor sie in das Kloster Marienthal eintreten kann. Die junge Gräfin lässt nicht locker und boykottiert das Leben am feudalen Hof. Die Streitigkeiten steigern sich bis zu Margaretes Drohung, ihre Tochter zwangsweise zu verheiraten oder in einen Turm zu sperren. Yolande von Vianden bleibt standhaft und hält gegen den Spott ihrer Familie und vor allem ihres Bruders stand.

Auf einer Reise nach Luxemburg besucht Margarete von Courtenay die Abtei in Marienthal, deren unwirtliche Lage und erbärmliche Lebensbedingungen sie zutiefst schockieren. Yolande bittet ihre Mutter, das Kloster mit eigenen Augen sehen zu dürfen, eine Bitte, der ihre Mutter schließlich nachgibt. Im Marienthal angekommen, gelingt es Yolande, sich dem Griff ihrer Mutter zu entziehen, sie schneidet sich die Haare ab und zieht die Soutane an. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen bis hin zur Drohung, das Kloster niederzubrennen. Gräfin Yolande sieht sich gezwungen, nach Vianden zurückzukehren. Ihre Eltern sperren sie in Schloss Schönecken ein, wo sich nur ihr Bruder (Prior des Kölner Doms) um sie kümmert. Der Familienkampf tobt weiter, aber Yolande von Vianden wankt nicht. Der versprochene Walram II. von Monschau löst die Verlobung und schließlich gesteht die Mutter ihrer Tochter das Recht zu, in einen anderen Orden als den Marienthaler einzutreten. Die Fromme lehnt diesen Kompromiss ab und die Eltern geben schließlich nach. Yolande nimmt am 6. Januar 1248 den Schleier. Im Jahr 1258 wird sie zur Priorin ihres Klosters ernannt. Als Graf Henri 1252 auf dem Kreuzzug stirbt, kommt Marguerite de Courtenay zu ihrer Tochter ins Kloster. Yolande selbst stirbt dort am 17. Dezember 1283.

Yolandes fester Entschluss, auf Reichtum und Macht zu verzichten und stattdessen ein Leben der Strenge und des Gebets im Dominikanerinnenkloster zu führen, war für die damalige Zeit ungewöhnlich. Wahrscheinlich schrieb der Dominikanerbruder Hermann von Veldenz aus diesem Grund um 1290 ein langes Epos über Yolandes Leben, das sie in Luxemburg populär machte. Das Originalmanuskript, der Codex Mariendalensis, der erste in Moselfränkisch geschriebene Text, wurde 1999 gefunden. Es ist derzeit das älteste Manuskript, das als Vorläufer der luxemburgischen Literatur gilt.

Der Schädel von Yolande von Vianden befindet sich in einem Reliquienschrein in der Kirche der Trinitarier in Vianden. Yolande ist heiliggesprochen und ihr Festtag ist der 17. Dezember.

Quellen:
● Bruder Hermann: Yolanda von Vianden - molselfränkischer Text aus dem späten 13. Jahrhundert übersetzt und kommentiert von Gerald Newton und Franz Lösel, Institut Grand-
Ducal Section linguistique, d'ethnologie et d'onomastique, Luxemburg 1999.
● Lieux de mémoire au Luxembourg: Sonja Kmec, Pit Péporté, Editions Saint Paul, Seite 199.
● Multimediale Lehr- und Lernmaterialien zur Einführung in die historische Sprachwissenschaft - Universität Trier / Ältere deutsche Philologie.

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