Marie Séraphine Mertz wurde am 1. Juni 1893 in Lasauvage als Tochter von François Mertz und seiner Frau Marie Fey geboren. François Mertz arbeitete im Bergbau. Marie Séraphine heiratete Jean Heck, geboren am 24. Juli 1888 in Bech bei Echternach. Die kleine Familie lebte in Differdingen. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor, René und Marcel Heck. Jean Heck war Lkw-Fahrer bei der Gemeinde Differdingen, Marie, eine sanfte und fürsorgliche Frau, war Hausfrau und Mutter.
Am 25. April 1944 verhaftet sie die Sicherheitspolizei Luxemburg. Das Ehepaar wird von Nachbarn angezeigt, weil es junge Männer versteckt hat, die sich nicht von den Nazi-Besatzern einziehen lassen wollten; sie helfen ihnen bei der Flucht ins nahe gelegene Frankreich. Marie kümmert sich darum, die jungen Männer zu verstecken, die nach Einbruch der Dunkelheit vom Ehepaar zu einem Widerstandsnetzwerk gebracht werden, das ihnen die Flucht nach Frankreich ermöglicht. Marie Heck wird in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert, wo sie im Oktober 1944 nach mehreren Zwischenstopps in anderen Gefängnissen ankommt. Jean wird in Hinzert inhaftiert und kehrt am Ende des Krieges zurück.
Marie gehört zu den Gefangenen, die einen Monat vor Kriegsende aus dem Lager Ravensbrück evakuiert und nach Mittwerda in ein Vernichtungslager gebracht werden. Die Lebensbedingungen in diesem Lager werden systematisch und drastisch verschlechtert, um die Frauen durch Hunger, Krankheit oder Kälte zu töten.
Historische Quellen, die aus Aussagen von Mitgefangenen stammen, deuten darauf hin, dass in diesem Lager systematisch Morde begangen wurden. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass Marie Séraphine Heck am 6. April 1945 vergast wurde. Marie wurde im Alter von nur 53 Jahren ermordet, wenige Tage vor der Befreiung von Ravensbrück durch die sowjetische Armee am 30. April 1945.
Der Verlust von Marie stürzte ihre Familie in tiefe Trauer und unbeschreiblichen Schmerz, zumal Jean Heck erst 1948 durch die Todeserklärung des luxemburgischen Innenministeriums die schreckliche Wahrheit über das Ende seiner Frau erfuhr.
In einem Brief, den sie im Juni 1944 aus dem Gefängnis an ihre Schwester Madeleine Mertz schrieb, drückte Marie ihre Sorge um das Wohlergehen ihrer Kinder und ihres Mannes Jean aus, der bis zu seinem Lebensende Witwer blieb.
Quelle :
● Patrick Heck, Bech mai 2025