Chemin Lily Unden - Straßen

Chemin Lily Unden

Schifflingen
Poetin und Malerin
Resistenzlerin im 2. Weltkrieg
Name
Lily
Unden
Geburtsjahr
1908
Todesjahr
1989
Wohnorte
Longwy - Frankreich ¦ Luxembourg-Stadt ¦ New York - USA

Who is she?

Am 26. Februar 1908 wurde Lily Unden in Longwy geboren, wo ihr Vater Emile Unden, ein Metallingenieur, bei den Stahlwerken in Ostfrankreich angestellt war. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Kind mit seiner Familie in das Viertel Muhlenbach der Stadt Luxemburg zurückgebracht. In diesem Stadtteil befindet sich das Stammhaus der industriellen Färberei Unden. Sie erhielt ihren Schulabschluss an der École Saint Joseph und studierte in Brüssel, Paris, Metz und Straßburg Bildende Kunst.


Von Beruf ist Lily Unden Malerin und Mitglied des Cercle Artistique Luxembourgeois, wo sie regelmäßig ihre Bilder und Zeichnungen ausstellt. Nach der Invasion der Nazis sah sich die Künstlerin gezwungen, ihre Karriere zu unterbrechen, da sie sich weigerte, der Volksdeutschen Bewegung beizutreten. Die Besatzungsbehörden forderten sie auf, bei der Pharmaziefirma zu arbeiten.


Als Mitglied der Widerstandsbewegung wird Lily 1942 von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Ravensbruck deportiert. Dort lernte sie ihre Landsmännin Cécile Ries, eine luxemburgische Dichterin, kennen.


Nach ihrer Befreiung nahm sie erneut Kunstkurse an der Columbia University in New York auf, bevor sie als Kunstlehrerin an verschiedenen Schulen in Luxemburg tätig war. Lily Unden ging 1973 in den Ruhestand, blieb aber weiterhin aktiv in der Malerei, die sie vor allem Blumenthemen, Stillleben und Landschaften widmete.


Ihr literarisches Werk konzentriert sich auf Gedichte, die ihre Erinnerungen als Kriegsgefangene und deren Gräueltaten verarbeiten. Lily Unden ist Mitglied der Amicale des femmes concentrationnaires et prisonnières politiques sowie Mitglied des Conseil national de la Résistance. Gedichte mit religiösen Themen werden zusammen mit Werken von Thérèse de Vos oder Cécile Ries veröffentlicht.


Neben den zahlreichen Auszeichnungen, die Lily Unden für ihr Engagement im Widerstand erhält, wird der Autorin 1986 die silberne Dicks-Rodange-Lentz-Plakette des Actioun Lëtzebuergesch verliehen. 2015 wurde das Foyer Lily Unden, ein Zentrum für Flüchtlinge, auf dem Limpertsberg eröffnet.

Lily Unden starb am 9. September 1989 in Luxemburg.

Quellen:
● Germaine Goetzinger und Claude D. Conter: Lily Unden, in: Luxemburger Autorenlexikon, Centre National de Littérature Mersch, 2007.
● Lily Unden - Wikipedia

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