Chemin Sophie Scholl - Straßen

Chemin Sophie Scholl

Esch an der Alzette
Führende Persönlichkeit des studentischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus
Mitglied der "Weißen Rose"
Name
Sophie
Scholl
Geburtsjahr
1921
Todesjahr
1943
Wohnorte
Forchtenberg, Ulm, München ¦ Deutschland

Who is she?

Sophie Scholl zählt zu den berühmtesten Frauen der deutschen Geschichte. Als Mitglied der „Weißen Rose“ leistete sie gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Widerstand gegen das NS-Regime.

Sophie Scholl, das vierte Kind von Lina und Robert Scholl, wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg, einer Kleinstadt im heutigen Baden-Württemberg, geboren. Ihr Vater Robert war Bürgermeister der Stadt, ihre Mutter Lina führte den Haushalt. Die Eltern legten großen Wert auf Bildung und Selbstständigkeit, außerdem vermittelte Lina Scholl ihren Kindern christliche Werte.

1930 zieht die Familie Scholl nach Ludwigsburg und zwei Jahre später nach Ulm, wo Robert Scholl eine Steuerberatungskanzlei eröffnet. Gegen den Willen ihrer Eltern treten die fünf Geschwister Inge, Hans, Elisabeth, Sophie und Werner 1933 der Hitlerjugend bei. Mit gerade einmal 13 Jahren leistet Sophie ebenfalls den Treueeid auf Adolf Hitler. Mit 16 Jahren verliebt sich Sophie Scholl in den vier Jahre älteren Offiziersanwärter Fritz Hartnagel, der ihr erster Freund wird. In diesen Jahren wendet sie sich vom NS-System ab: Sie empfindet die vorübergehende Verhaftung ihrer Geschwister wegen „bündischer Umtriebe” als ungerecht und die Einschränkung der geistigen Freiheit in Deutschland als bedrückend. Sophie Scholl liebt moderne Kunst und Literatur und versteht die restriktive nationalsozialistische Auffassung von Kunst nicht.

Nach dem Abitur absolviert sie eine Ausbildung zur Erzieherin in Ulm. Als sie dann, weit weg von ihrer Familie und ihren Freunden, ein Jahr Reichspflichtdienst leisten muss, gerät die junge Frau in eine tiefe Krise. 1941 stellt Sophie Scholl alles in Frage: ihren Glauben, ihre Liebe zu Fritz und ihr eigenes Handeln, das ihr zu inkonsequent erscheint. Dennoch beginnt sie 1942 in München ein Studium der Philosophie und Biologie. Sie wird herzlich in den Freundeskreis ihres Bruders Hans aufgenommen, der ebenfalls in dieser Stadt lebt. Aber die Diktatur und der Krieg lasten zu schwer auf ihr. Ihr Gefühl, etwas gegen das ungerechte Regime unternehmen zu müssen, wächst von Tag zu Tag. Als Hans Scholl und Alexander Schmorell im Juni und Juli 1942 die ersten Flugblätter der „Weißen Rose” verfassen, in denen sie zum Widerstand gegen die Nazi-Diktatur aufrufen, ist für Sophie Scholl klar, dass auch sie sich im Widerstand engagieren wird.

Im Januar 1943 tritt Sophie Scholl neben Hans Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf, Christoph Probst und Professor Kurt Huber dem inneren Kreis der „Weißen Rose“ bei. Am Morgen des 18. Februar 1943 werden Sophie und Hans Scholl vom Hausmeister entdeckt und verhaftet, als sie an der Universität München Flugblätter verteilen. Bei der Vernehmung durch die Gestapo verteidigt Sophie ihr Handeln: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich das Einzige getan habe, was ich für mein Volk tun konnte. Ich bereue es daher nicht.“

Am 22. Februar 1943 werden Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag durch die Guillotine hingerichtet. Heute sind die im Alter von 21 Jahren ermordete Sophie Scholl und ihre Mitstreiter zu Vorbildern für Menschen auf der ganzen Welt geworden.

Quellen:

● Maren Gottschalk, Autorin einer Biografie über Sophie Scholl: „Wie schwer ein Menschenleben wiegt”, erschienen 2022.

● https://www.deutschland.de/fr/topic/politique/sophie-scholl-resistante-engagee-contre-le-regime-nazi-allemand

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