Rue Julie Muller-Barthelemy

Rue Julie Muller-Barthelemy

Mersch
Hotelbesitzerin, Autorin, Politikerin
Resistenlzerin in Zweiten Weltkrieg
Name
Julie
Barthélemy
Geburtsjahr
1921
Todesjahr
2020
Wohnorte
Mersch, Luxemburg-Stadt

Who is she?

Julie Barthélemy wurde 1921 in Mersch geboren und ist die Tochter von John P. und Ethel Barthélemy, die 1920 aus den Vereinigten Staaten nach Luxemburg zurückkehrten. Schon in jungen Jahren half sie im Café ihrer Eltern mit.

1940 heiratete Julie Will Muller, einen Eisenbahner, der mit seinem Vater regelmäßig das Café besuchte. Zwei Jahre später kamen die Zwillinge Marthy und Marion zur Welt. Nach einem Jahr am Lycée de jeunes filles in Luxemburg setzte Julie ihre Sekundarschulausbildung am Pensionnat Sainte-Anne in Ettelbruck fort. Ab 1935 arbeitete sie im Hotel ihrer Eltern, das zu dieser Zeit zahlreiche jüdische Emigranten und Flüchtlinge beherbergte. Diese mutige und mitfühlende Geste sollte schicksalhaft sein: Am 8. Oktober 1943 wurde sie zusammen mit ihren Eltern und ihren anderthalbjährigen Zwillingen in das Lager Wallisfurth in Schlesien und anschließend in das Sonderlager Jeschütz deportiert. Julie behält von diesen schwierigen Zeiten eine Erinnerung voller Angst, vor allem um ihre Kinder. 1945 kehrt die Familie über Österreich, die Schweiz und Frankreich nach Luxemburg zurück. Ein 1945 verfasstes Tagebuch, in dem sie ihre Jahre der Deportation schildert, wird 1974 in "Rappel" veröffentlicht.

In den 1950er Jahren, als sich die Familie in Luxemburg-Stadt niederlässt, engagiert sich Julie Muller-Barthélemy in der sozialistischen Partei und wird Generalsekretärin der „Femmes socialistes” (Sozialistische Frauen).

Zurück in Mersch übernahm sie 1960 gemeinsam mit ihrer Mutter das Familienhotel und setzte gleichzeitig ihr Engagement fort. 1972 wurde Julie Muller-Barthélemy Gründungsmitglied der Ortsgruppe der Amiperas, von 1986 bis 1989 nationale Vorsitzende des Vereins und anschließend Ehrenvorsitzende. 30 Jahre lang engagierte sie sich ehrenamtlich für die Organisation von „Repas sur roues” (Essen auf Rädern).

In ihrem Buch „Erënnerungen aus engem beweegte Jorhonnert” (Erinnerungen an ein bewegtes Jahrhundert) blickt Julie Muller-Barthélemy auf ihr Leben zurück und erzählt auch von den Lebensbedingungen ihrer Vorfahren in den Vereinigten Staaten. Ihre detailreichen Erinnerungen beleuchten die Rolle der Frauen in der Gesellschaft und die Schwierigkeiten, denen sie als Kind liberaler Eltern in einer damals sehr katholischen und konservativen Gesellschaft begegnete.

Julie Muller-Barthélemy verstarb am 5. März 2020.

Quellen :
● Tageblatt du 8 mai 2020: Porträt Julie Muller-Barthélemy: Rückblick auf ein bemerkenswertes Leben /Philip Michel
● Autorenlexikon https://www.autorenlexikon.lu/page/author/111/1115/DEU/index.html

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